Joseph Joubert

Alle Leidenschaften suchen ihre Nahrung, die Furcht liebt den Gedanken an Gefahr.

Am leichtesten erträgt man noch die Gewalt, die man eines Tages selbst auszuüben hofft.

Das Schöne – es ist die Schönheit, mit den Augen der Seele gesehen.

Das Ziel einer Auseinandersetzung sollte nicht der Sieg sein, sondern der Fortschritt.

Denken, was man nicht fühlt, heißt, sich selbst belügen.

Der Abend des Lebens bringt seine Lampe mit.

Der Sinn des Reisens besteht darin, die Vorstellungen mit der Wirklichkeit auszugleichen, und anstatt zu denken, wie die Dinge sein könnten, sie so zu sehen, wie sie sind.

Die das Laster liebenswürdig machen, schätze ich doch höher als die, welche die Tugend erniedrigen.

Die Fragen zeigen die Weite des Geistes, die Antworten seine Freiheit.

Die Richtung unseres Geistes ist wichtiger als ein Fortschritt.

Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken.

Die Wahrheit gleicht dem Himmel und die Meinung den Wolken.

Die Zeit ist Bewegung im Raum!

Durchschneide nicht, was du lösen kannst! Gedanken und Maximen

Ein einziger schöner Klang ist schöner als langes Gerede.

Einbildungskraft ist das Auge der Seele.

Es gibt Zitate, die man gebrauchen muss, um der Rede mehr Kraft, schneidendere Töne zu geben, mit einem Wort, um ihre Fülle zu stärken.

Es ist besser, ein Problem zu erörtern, ohne es zu entscheiden, als zu entscheiden, ohne es erörtert zu haben.

Es ist schwer, so einfach zu sein, dass man gut ist.

Ihre Entstehung verdanken die Meisterwerke dem Genie, ihre Vollendung dem Fleiß.

In der Musik des Gesprächs dient die Aufmerksamkeit als Begleitung.

Indem man die Worte sucht, stellen sich die Gedanken ein.

Man kann, kraft des Vertrauens, es jemandem unmöglich machen, uns zu betrügen.

Man soll der Opposition stets einen Knochen zum Nagen lassen.

Nicht Sieg sollte der Sinn der Diskussion sein, sondern Gewinn.

Politik ist die Kunst, die Menge zu leiten: nicht wohin sie gehen will, sondern wohin sie gehen soll.

Respekt zu bezeugen ist heutzutage fast ebenso schwer, wie Respekt zu verdienen.

Revolutionen sind Zeiten, in denen der Arme seiner Rechtschaffenheit, der Reiche seines Reichtums und der Unschuldige seines Lebens nicht sicher ist.

Um in der Welt Erfolg zu haben, braucht man Tugenden, die beliebt, und Fehler, die gefürchtet machen.

Wer für die Zukunft sorgen will, muss die Vergangenheit mit Ehrfurcht und die Gegenwart mit Misstrauen aufnehmen.

Wer seine Meinung nie zurückzieht, liebt sich selbst mehr als die Wahrheit.

Zärtlichkeit ist das Ruhekissen der Leidenschaft.

Zeichnen ist Sprache für die Augen, Sprache ist Malerei für das Ohr.


Joseph Joubert (* 7. Mai 1754 in Montignac, Périgord; † 4. Mai 1824 in Villeneuve-sur-Yonne) war ein französischer Moralist und Essayist.
Quelle: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie