Laotse (Laotzi)

Andere beherrschen erfordert Kraft. Sich selbst beherrschen fordert Stärke.

Andere erkennen ist weise. Sich selbst erkennen ist Erleuchtung.

Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

Beginnen können ist Stärke. Vollenden können ist Kraft.

Der Weise ist nicht gelehrt, der Gelehrte ist nicht weise.

Der Weise lebt in der Einfalt und ist ein Beispiel für viele. Er will nicht selber scheinen, darum wird er erleuchtet.

Derjenige der andere kennt, ist weise; derjenige, der sich selbst kennt, ist erleuchtet.

Die größte Offenbarung ist die Stille.

Die Wahrheit kommt mit wenigen Worten aus.

Dinge wahrzunehmen ist der Keim der Intelligenz.

Freundlich sein in Worten schafft Vertrauen. Freundlichkeit im Denken schafft Tiefe. Freundlichkeit im Geben schafft Liebe.

Geliebt zu werden macht uns stark. Zu lieben macht uns mutig.

Gewalt zerbricht an sich selbst.

Gnade und Ungnade – Angst machen sie beide.

In einem guten Wort ist genügend Wärme für drei Winter.

Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.

Nichtstun ist besser als mit viel Mühe nichts schaffen.

Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.

Wahre Worte sind nicht schön, schöne Worte sind nicht wahr.

Warum ist das Meer der König aller Flüsse und Ströme? Weil es niedriger liegt als sie.

Wer andere kennt, ist klug. Wer sich selbst kennt, ist weise.

Wer einen Sieg über andere erringt ist stark. Wer einen Sieg über sich selbst erringt, ist mächtig.

Wer Menschen führen will, muss hinter ihnen gehen.

Wer viele Schätze anhäuft, hat viel zu verlieren.

Wertvoller Mensch ist streitlos. Streitender Mensch ist wertlos. Andere beherrschen erfordert Kraft. Sich selbst beherrschen fordert Stärke.

Wo zwei zusammenstoßen, siegt der Besonnene.

Worte kann man nicht essen, trotzdem muss man sie manchmal schlucken.

Wunschlosigkeit führt zu innerer Ruhe.


Laozi (chin. 老子, Lǎozǐ, W.-G. Lao Tzu „‚Alter Meister‘“) ist ein legendärer chinesischer Philosoph, der im 6. Jahrhundert v. Chr. gelebt haben soll. Je nach Umschrift wird der Name auch Laotse, Lao-Tse oder Lao-tzu geschrieben. Die Schreibweise der älteren Umschriften ist im Folgenden hinter der Pinyin-Form in Klammern angegeben.
Lǎozǐ gilt als Begründer des Daoismus (Taoismus). Das Dàodéjīng (Tao Te King, ~Ching), der einflussreichste daoistische Text, wird ihm zugeschrieben und daher oft auch einfach als „Laozi“ bezeichnet. Der Text ist aber wahrscheinlich erst im 4. Jahrhundert v. Chr. entstanden beziehungsweise in seine heutige Form gebracht worden.
Trotz der beeindruckenden Überlieferung minutiöser Chroniken und Listen von Herrschern, Beamten etc. aus China ist über Lǎozǐ fast nichts bekannt. Die ältesten Quellen sind Anekdoten und Legenden, die zum Beispiel in Zhuāngzǐs (Dschuang Dsi, Chuang-tzu) „wahrem Buch vom südlichen Blütenland“ aufgeschrieben sind. Die erste historische oder biographische Quelle findet sich im Shǐjì (Shi chi) des Sīmǎ Qiān (Ssu-ma Ch’ien), den „Aufzeichnungen des Chronisten“ aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., doch Sīmǎ Qiān schreibt selbst, dass seine Quellenlage sehr unsicher ist und er widersprüchliche Aussagen über Lǎozǐ gefunden hat – er ist nicht sicher, ob Lǎozǐ wirklich gelebt hat.
Quelle: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie