Rabindranath Tagore

Am reichsten sind die Menschen, die auf das meiste verzichten können.

Bei dem Streit um die Wahrheit bleibt der Streit die einzige Wahrheit.

Das Leben ist ein Geschenk, das wir verdienen, indem wir es hingeben.

Dass ich bin, erfüllt mich mit immer neuem Staunen. Und dies bedeutet Leben.

Der Mensch, dessen Bekanntschaft mit der Welt ihn nicht tiefer geführt hat, als die Naturwissenschaft ihn führen kann, wird nie verstehen, was der Mensch mit dem Blick der Seele in jenen Naturerscheinungen findet.

Der Pessimismus ist eine Art geistiger Trunksucht; er verschmäht gesunde Nahrung, frönt dem Genuss des Haderns und Anklagens und bringt sich künstlich in einen Zustand der Niedergeschlagenheit, der ihn nach stärkeren Mitteln greifen lässt.

Die Lüge kann nie zu Wahrheit werden, dadurch, dass sie an Macht wächst.

Die Schranken und Schwierigkeiten unseres äußeren Lebens sind nur da, damit unsere Seele ihre Kraft beweisen kann.

Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen durch den Garten.

Hört keiner Deinen Ruf, so geh dennoch allein. Und wagen sie nicht bei stürmischer Nacht ein Licht hochzuhalten, dann zünde Du Dein Herz trotz Schmerz an und werde selbst zum Lichtfeuer.

Ich sehne mich nach der Insel des Gesanges jenseits dieser wogenden See von Geschrei.

In welche Weiten mussten meine Augen schweifen, bis ich sie schloss und sah: „Hier bist Du!“

Jedes Kind bringt die Botschaft mit auf die Welt, dass Gott sich von den Menschen noch nicht hat entmutigen lassen.

Meine letzten Grüße jenen, die meine Fehler kannten – und mich liebten.

Schöne Tage – nicht weinen, dass sie vergangen, sondern lächeln, dass sie gewesen.

Sterben ist das Auslöschen der Lampe im Morgenlicht, nicht das Auslöschen der Sonne.

 


 

Rabindranath Thakur, ältere Schreibweise Rabindranath Tagore, * 7. Mai 1861 in Kolkata; † 7. August 1941 ebd.) war ein bengalischer Dichter, Philosoph, Maler, Komponist, Musiker und Brahmo-Samaj-Anhänger, der 1913 den Nobelpreis für Literatur erhielt und damit der erste asiatische Nobelpreisträger war.
Thakur revolutionierte in einer als „Bengalische Renaissance“ bekannten Zeit die bengalische Literatur mit Werken wie Ghare baire (dt. Das Heim und die Welt) oder Gitanjali und erweiterte die bengalische Kunst mit einer Unzahl von Gedichten, Kurzgeschichten, Briefen, Essays und Bildern. Als engagierter Kultur- und Sozialreformer sowie Universalgelehrter modernisierte er die Kunst seiner Heimat durch den gezielten Angriff auf deren strikte Struktur und klassische Formensprache. Zwei seiner Lieder sind heute die Nationalhymnen von Bangladesch und Indien: Amar Sonar Bangla und Jana Gana Mana. Thakur wurde als Gurudeb bezeichnet, ein Ehrentitel, der sich auf Guru und Deva bezieht.
Quelle: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, Bild: Bundesarchiv, Bild 102-11643 / CC-BY-SA 3.0